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Weihnachten macht nicht jeden „froh“

Von mkr | 22. Dezember 2020

Nicht für alle ist Weihnachten ein beglückendes Fest:

Musste man sich im sich in diesem Jahr von einem lieben Menschen für immer verabschieden kann Weihnachten noch mal so richtig weh tun.

Diese harte Zeit beginnt wenn die ersten vertrauten Weihnachtslieder in Kaufhäusern erklingen, die Kerzendekorationen eine heimelige Wärme verbreiten wollen, wenn alle nur noch von der Gestaltung des „Familien“festes reden.

Die für viele Menschen bedeutsamen und zeitintensiven Überlegungen, was denn wohl Kulinarisches auf den Tisch kommt und wie exklusiv dieses zelebriert wird, kann ein Trauernder gar nicht mehr nachvollziehen.

Je näher die Feiertage rücken, um so enger wird es in der Brust.

Doch die schlimmste Zeit kommt erst mit den Tagen, wo „Frohe Weihnachten“ gewünscht wird. Egal ob es der gut gemeinte Wunsch der Kassiererin an der Supermarktkasse oder die Umarmung von Kollegen oder näheren Bekannten ist.

Noch trauriger war immer die Christmette.

Der pure Stich ins Herz ist das Lied „Stille Nacht“. Wenn Musik in dir etwas bewegt, dann – dann folgt hier der innere Zusammenbruch. Eingebunden in glückselige Worte, die – für „Komplett“-Familien geschaffen –  wohlwollend und aufbauend sind, möchte der Trauernde nur noch in sein Schneckenhaus. Manch eine(r) schämt sich der Tränen die nicht mehr zu unterdrücken gehen. 

Aber vorher wieder vorbei gehen müssen an vielen strahlenden Augen, die sich gerade ein Herz fassen und auch dem Trauernden „frohe“ Weihnacht wünschen wollen.

Für beide Seiten nicht einfach! Sagt der Bekannte was, tut`s weh; sagt er nichts, tut`s anders weh.

Dann stehen die Familienfeste an, Verwandte kommen zusammen, man trifft sich zu einem „fröhlichen“ Fest. Und wieder ist er da, der Gurt der alles zusammen schnürt, der Versuch nur alle Tränen zu unterdrücken.

Unbedachte Worte in der Runde fallen ins Gewicht:“ wie schön, dass wir wieder alle zusammen sind“, alles geht über die innere Goldwaage.

Nur noch einige Stunden aushalten, diesen Balanceakt, du willst ja nicht die Stimmung kippen. Gerade in dem Kreis,  wo man sich am wohlsten fühlen könnte, ist die Zeit am schwersten.

Eine innere Zerrissenheit die man durchleben muss.

Bald sind sie geschafft, diese feierlichen Tage, erster Ballast fällt ab, doch die nächste Hürde ist schon in Sicht. Silvester und Neujahr, schon wieder die guten Wünsche. Panik kommt auf vor dem Jahreswechsel: wohin mit mir um 24 Uhr! Alle liegen sich in den Armen.

Die Zeit, die alle Wunden heilen soll, geht nicht in Monaten und Jahren zu rechnen, sie heilt ganz langsam, bei jedem anders.

Geschafft, auf in ein neues Jahr!  Wünschen wir diesen Menschen, dass Weihnachten ein wenig Licht in die dunkelste Zeit des Lebens bringen möge.

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